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Katzenworkshop
Klickertraining für Katzen
Ich bin Mimi, bin eigentlich eine ganz normale Hauskatze und jetzt 3 Jahre alt. Ich sage deshalb eigentlich, weil ich eigentlich auch eine ganz besondere Katze bin: ich bin nämlich eine Klicker-Katze. Was das ist und wie man das wird, werde ich euch in diesem Workshop berichten. Anstelle meines Frauchens durfte ich diese Arbeit übernehmen, weil sie sehr beschäftigt ist, mit Kindern, Bücherschreiben und den blöden Hunden (weiß auch nicht, was sie an denen so toll findet!).
Helfen wird mir dabei mein jetzt 4 Monate alter Sohn Tapo. Mit ihm werde ich euch die ersten Schritte auf dem Weg zur Klicker-Katze erklären.
Also: Was ist eine Klicker-Katze? Ja, wie erkläre ich das am besten? Eine Klicker-Katze ist eine Katze, die mit Menschen reden kann! Zwar nicht mit allen, aber zumindest mit Frauchen oder Herrchen. Hoffentlich - und daran arbeiten wir ja auch hier - lernen immer mehr Menschen und Katzen diese Sprache, damit die Verständigung zwischen uns immer besser wird! Eine Klicker-Katze ist außerdem eine sehr schlaue Katze, denn sie hat eine richtige Ausbildung! Zuviel will ich nicht vorwegnehmen. Lasst euch einfach überraschen!
Nun zu unserem Verständigungsmittel, dem Klicker. Das ist ein rechteckiges Plastikkästchen mit einem Metallplättchen drinnen. Wenn Frauchen auf dieses Plättchen drückt, gibt das ein Geräusch: Klick-Klack. Frauchen hat mir erzählt, dass sie, als sie noch klein war, mit solchen sogenannten Knackfröschen gespielt hat. Damals wusste sie noch gar nicht, dass man damit sogar mit Katzen sprechen kann.
Wie das geht, werde ich jetzt beschreiben. Zuerst muss die Katze - in unserem Falle Tapo - lernen, dass dieses Klick-Klack bedeutet: "Jetzt bekommst du ein Leckerchen!" Das ist also eure erste Aufgabe in unserem Online-Workshop: Bringt eurer Katze bei: Klick bedeutet: "Jetzt bekommst du ein Leckerchen". Das geht ganz einfach und ist sogar eine ganz tolle Sache, bei der jede Katze gerne mitmacht. Nehmt euch einige besonders gute Leckerchen. Unser Tapo ist in seinem jungen Alter schon sehr verwöhnt. Frauchen muss bei ihm daher die Stückchen vom Dosenfutter nehmen, was ihr nicht so gut gefällt, weil das immer matschige Finger gibt.
Aber so sind nun mal die Regeln: Es müssen schon besonders gute Leckerchen sein! Die können aber ruhig ganz klein sein. Dann hat man nämlich viel länger was davon. Jetzt beginnt das Spiel: Nach jedem Klick muss die Katze jetzt sofort ein Leckerchen bekommen! Deshalb müssen die Leckerchen auch so gut sein. Sonst könnte es nämlich sein, dass eure Katze zwischendurch anderes zu tun hat und ihr dann sehen könnt, wie ihr das fertig kriegt, sofort nach dem Klick ein Leckerchen vor ihrem Mäulchen zu haben.
Außer, dass das Leckerchen sofort nach dem Klick gegeben wird, müsst ihr nur noch darauf achten, dass nur der Klick es ist, der der Katze sagt, dass gleich das Leckerchen kommt.
Warum das?
Also, eine Bekannte hat mir erzählt, dass der Bruder ihrer Bekannten auch Klicker-Katze werden sollte. Sein Frauchen konnte ihm diesen ersten wichtigen Schritt aber nicht beibringen, obwohl sie es eigentlich genau so gemacht hat: Nach jedem Klick kam sofort ein Leckerchen. Der Fehler war, dass vor jedem Klick der Griff zu Futterdose kam. Der Bruder der Bekannten meiner Bekannten hat also gelernt: "Wenn Frauchen zur Futterdose greift, bekomme ich gleich mein Leckerchen!" Vor lauter Vorfreude hat er den Klick tatsächlich überhört und auch nach drei Wochen wusste er noch nicht, was der Klick bedeutete!
Also: Nur der Klick darf eurer Katze das Leckerchen andeuten. Dafür nehmt am besten schon einige Leckerchen in die Hand und bei jedem Klick fällt eins heraus. Wie lange dauert es nun, bis eure Katze gelernt hat, worum es geht? Also, bei Tapo dauerte es zweimal 10 - 15 Leckerchen. Nun hat Tapo aber auch schon eine sehr schlaue Mutter, was ja nicht jede Katze hat. Von einer Katze habe ich gehört, bei der ist erst nach 2 Wochen der Euro gefallen! Ihr werdet es aber daran merken, dass eure Katze sofort erwartungsvoll nachsieht, wo dass Leckerchen bleibt, wenn sie den Klick gehört hat, auch dann wenn sie mal abgelenkt ist. Damit habt ihr dann den Grundstein für die nächste Übungseinheit gelegt. Ihr könnt mir gerne eure Erfahrungen oder auch eventuelleSchwierigkeiten berichten.
Also dann viel Spaß!
Grüßt eure Katze von mir, bis demnächst Mimi Teil 2
Ich hoffe, eure Katze weiß inzwischen, was der Klick bedeutet. Damit habt ihr jetzt ein ganz tolles Verständigungsmittel, was ich euch in dieser Lektion einmal zeigen will.
Eure Aufgabe wird es sein, dass ihr eurer Katze beibringt, mit der Nase die Spitze eines Zeigestockes (Targetsticks) zu berühren. Besorgt euch also zunächst einmal einen geeigneten Stock. Das kann ein Zeigestock sein, aber auch ein Zauberstab oder etwas in der Richtung. Nehmt euch wieder besonders gute Leckerchen und macht diese Übung am besten vor der normalen Fütterzeit. Mit vollem Bauch trainiert nämlich auch eine Katze nicht gerne. Jetzt geht´s los: Nehmt Klicker und Stab am besten in die linke Hand, die Leckerchen dann in die rechte. Euer Daumen sollte schon auf dem Klicker liegen, wenn ihr eurer Katze den Stab das erste Mal hinhaltet. Die meisten Katzen - das weiß ich schließlich aus Erfahrung - sind neugierig, werden also zuerst mal nachsehen, was ihr ihnen da präsentiert. Sofort muss es ein Klick und ein Leckerchen geben! Damit sagt ihr der Katze dann: "Genau das sollst du machen: mit der Nase die Spitze des Stabes berühren!" Seht euch die Bildsequenz an: Bild 1: Luigi berührt den Target. Genau dann kommt der Klick! Bild 2 und 3: Luigi holt sich sein Leckerchen. ![]() Wichtig ist, dass der Klick genau zum richtigen Zeitpunkt kommt! Nicht dass ihr eurer Katze aus Versehen beibringt: "Genau das will ich von dir: du sollst mit der Nase von dem Stab wegbleiben!" Dann wundert ihr euch unter Umständen, dass die Katze vielleicht etwas dumm ist, dabei habt ihr den Fehler gemacht! Auch das kann ich euch nämlich aus eigener Erfahrung als Katze sagen: Es gibt gar keine dummen Katzen! Ich würde sogar behaupten, wir sind viel schlauer als ihr Menschen. Aber das wollen wir hier jetzt nicht diskutieren. Schließlich wollt ihr ja lernen, wie ihr euch mit eurer Katze verständigen könnt. Mögliche Schwierigkeiten: Es kann natürlich sein, dass eure Katze den Stab nicht an der Spitze berührt. Das könnt ihr umgehen, indem ihr ihr eben wirklich nur die Spitze hinhaltet. Dann kann das gar nicht erst passieren. Aber selbst wenn, ist das gar nicht schlimm. Ihr könnt euch nämlich schrittweise an die Spitze vorarbeiten. Nehmen wir mal an, die Katze berührt den Target irgendwo im unteren Drittel. Auch dafür gibt es dann selbstverständlich ein Klick und ein Leckerchen, bis die Katze verstanden hat, dass sie den Stab berühren soll. Wenn das der Fall ist, gibt es nur noch einen Klick und ein Leckerchen, wenn sie die obere Hälfte berührt, dann das obere Drittel usw.. So führt ihr eben eure Katze schrittweise zum Ziel. Wichtig ist, dass ihr euch bei jedem Schritt erst völlig einig seit, ehe es dann weiter geht. Wenn eure Katze dann verstanden hat, dass sie die Spitze des Stabes berühren soll und das auch immer schön macht, erst dann gebt ihr diesem Verhalten einen Namen. Ihr könnt dann z.B. jedesmal sagen STAB oder was auch immer. Dieses "Kommando" müsst ihr anfangs dann immer genau dann geben, wenn die Katze den Stab auch berührt. Dann kann sie nämlich lernen, wie ihr dieses Verhalten nennt. Wenn sie das verstanden hat, könnt ihr das Kommando vorher geben und sie wird den Stab suchen, um ihn zu berühren. Wenn das schön klappt, experimentiert schon mal etwas herum: Haltet den Stab mal höher mal tiefer, mal rechts mal links.... Beim nächsten Mal zeige ich euch, was man mit dieser Übung alles machen kann. Nun entschuldigt, ich muss zu meinen Kindern. Liebe Grüße Mimi Teil 3
Ihr kennt mich schon aus unserer ersten Lektion: Ich bin Tapo, Mimis Sohn inzwischen ein halbes Jahr alt. Heute habe ich die Ehre, Euch die nächste Lektion zu unterrichten.
Eure Katze hat also jetzt gelernt, den Targetstick zu berühren. Nur das Berühren wird schnell ziemlich langweilig, selbst wenn es dafür Leckerchen gibt. Und eine Katze braucht schließlich auch etwas Abenteuer und Spannung. Das der Katze zu beschaffen, ist aber gar nicht so schwer. Eine Möglichkeit ist, dass Ihr ihr beibringt, Lotto zu spielen. Vielleicht wundert Ihr Euch jetzt, wie das gehen soll? Unser Frauchen nennt das "variable Belohnung". Auf jeden Fall ist es total spannend und ich bin zum Beispiel ganz verrückt danach. Aber nun der Reihe nach. Wenn Eure Katze also verstanden hat, dass sie den Targetstick, also diesen Stab oder die Fliegenklätsche oder was auch immer, berühren soll, darf nicht mehr jedes Mal ein Klick und ein Leckerchen kommen. Zuerst - kann ich Euch sagen - ist das ganz schön frustrierend! Da glaubst du als Katze schon, du hast alles voll im Griff, brauchst nur das komische Teil zu berühren und schon kommt das Leckerchen, und auf einmal funktioniert das nicht mehr! Wenn Ihr diesen Schritt zu früh macht, kann es sein, dass Eure Katze den Spass an diesem Spiel verliert, weil sie ganz verunsichert wird. Wenn sie sich aber ihrer Aufgabe sicher ist, wird sie so schnell nicht aufgeben und es noch einmal versuchen. Dann sollte wieder ein Klick mit Leckerchen kommen. Ganz allmählich baut Ihr das Spiel jetzt so um, dass Eure Katze nie mehr weiß, wann die Belohnung kommt. Das ist dann nämlich für uns Katzen genauso spannend, wie für Euch das Lotto. Ich weiß dann nie, wann ich die Belohnung bekomme, nach einem Mal Target berühren, nach drei Mal oder fünf Mal? Es kann immer das nächste Mal sein! Das müsst Ihr also sicherstellen: Ihr müsst auch wirklich zwischendurch immer mal wieder nach nur einmal Berühren des Targets mit dem Leckerchen herausrücken! Wenn Ihr dann außerdem noch abwechslungsreich mit Euren Leckerchen seid, d. h. mal gibt es ein Stückchen Wurst, mal getrockneten Fisch oder andere schöne Dinge, dann könnt Ihr daraus ein so spannendes Spiel für Eure Katze machen, dass sie alles andere dafür vergisst. Von Luigi, den Ihr von Lektion 2 noch kennt, wieß ich z.B. dass er voll gefressen nach Hause kommen kann und trotzdem mit seinem Frauchen trainieren will. Mich - muss ich zugeben - hat es noch nicht ganz so gepackt, dass ich von mir aus das Training beginne. Ich bin nämlich eigentlich recht faul. Aber wenn Frauchen den Klicker holt, braucht sie mich nicht lange zu überreden. So für heute ist es mal wieder genug, hab´ noch was anderes vor... Tschüß, bis demnächst Euer Tapo Teil 4
Heute habt Ihr wieder die Ehre mit dem bestimmt bald weltberühmten Tapo! Ich darf Euch wieder zeigen, was ich so alles kann und ihr könnt dann versuchen, das Eurer Katze auch beizubringen. Oder vielleicht sollte ich es Euch doch nicht zeigen? Nicht das Eure Katze nachher mehr kann als ich und die und nicht ich berühmt wird!? Na, ja, wenn ich es nicht tue, dann macht es meine Mama Mimi. Also passt auf: Inzwischen sollte Eure Katze ja schon ganz heiß darauf sein, den Target zu berühren, wenn Ihr den zur Hand nehmt und das entsprechende Kommando gebt. Was Ihr Euch da ausgedacht habt, weiß ich ja nicht. Bei uns heißt es TOUCH. Aber nicht jede Katze kann eben englisch, so wie ich! Jetzt könnt Ihr den Stab mal auf einen Stuhl halten oder auf eine Kiste, Ihr gebt das Kommando und Eure Katze wird hochspringen. Ist doch ganz einfach! Auf den nächsten zwei Bildern zeig ich es Euch. Ich springe da schon von einer Kiste auf die nächste. Da staunt Ihr, gell!
Das Signal hierfür ist HOPP. Um mir dabei zu zeigen, dass ich es genau richtig mache, bekomme ich dabei ein Klick, gerade, wenn ich abgesprungen bin. Das Leckerchen hole ich mir dann ab, wenn ich auf der anderen Seite gelandet bin. Diese Übung ist –glaube ich- für die Menschen schwerer als für die Katzen. Ich erkläre es für Euch also noch einmal ganz langsam: Wenn Ihr Euch ziemlich sicher seit, dass Eure Katze auch den Target berühren wird, wenn Ihr ihn auf einer Kiste habt, erst dann dürft Ihr sagen HOPP. Das ist nämlich für Euer Kätzchen ein neues Wort und es kann nur lernen, was es bedeutet, wenn Ihr es genau zum richtigen Zeitpunkt sagt, nämlich dann, wenn die Katze gerade den Entschluss zum Sprung gefasst hat. Der Target dient in diesem Ausbildungsstadium als Richtungsweiser. Deswegen wird jetzt nicht mehr erst geklickt wenn die Katze den Target berührt, sondern, wenn sie in der Luft ist, weil es der Sprung ist, den sie jetzt lernen soll. Also: Katze fasst den Entschluss zu springen – Ihr gebt das Kommando Hopp, Katze ist in der Luft – Ihr klickt, Katze ist gelandet – Ihr gebt ihr das Leckerchen! Alles klar? Müsste doch auch ein Mensch verstehen, oder? Ihr werdet es merken: Wenn Ihr es nicht so macht, wie ich es jetzt erklärt habe, kann Eure Katze Euch nicht verstehen. Sagt dann bloß nicht: Dumme Katze! Ich kann Euch aus Erfahrung sagen: Katzen sind nie dumm! Also an die Arbeit.Wenn Ihr das kapiert habt, könnt Ihr die Katze auch durch einen Reifen springen lassen. Lasst die Stühle oder die Kisten anfangs etwas näher zusammen stehen und vergrößert erst so nach und nach die Entfernung. Dann könnt Ihr den Reifen auch nach und nach immer höher halten. Ihr werdet staunen, was wir Katzen alles können. Spätestens dann braucht Ihr auch für diese Übung den Target nicht mehr. Eure Katze hat nämlich dann mit Sicherheit längst verstanden, dass sie springen soll, wenn Ihr ihr den Reifen hinhaltet und HOPP sagt. Viel Spaß beim Üben Euer Tapo |
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